4. PM des Bauwagenplatzes in Duisburg

„Das Angebot der Stadt Duisburg ist für uns keins, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es handelt es sich weniger um ein Angebot, als viel mehr um eine Kapitulationserklärung“, so ein enttäuschter Bewohner des seit vergangenen Jahres von Räumung bedrohten Bauwagenplatzes in der Ehrenstraße über das vermeintliche Angebot der Stadt an die Bewohner*innen des Wagenplatzes (vgl. WAZ vom 06.01.2015).

Der Bauwagenplatz besteht seit nunmehr 20 Jahren. Die Räumungsankündigung kam für die Bewohnerinnen und Bewohner im vergangenen Herbst völlig überraschend.

Der Bewohner weiter: „Die Stadt Duisburg bietet uns einen unannehmbaren Verpflichtungserklärung an. Wir dürften demnach die Kündigung nicht mehr juristisch anfechten. Nach den vorgeschobenen Gründen der Räumung ist dies die zweite große Enttäuschung für uns. Unser Lebensraum und der letzte Freiraum in Duisburg soll vernichtet werden…“.
Bei einer Gesprächsrunde mit Vertretern der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl, Vertretern des IMD und Vertretern des Jugendamtes im Dezember wurde den Wagenplatzbewohner*innen eine Karenzzeit bis zum Sommer angeboten, weiterhin würde ein Antrag für ein Ersatzgelände an städtische Institutionen geprüft werden. Dafür sollten die Bewohnerinnen und Bewohner aber eine Verzichtserklärung unterschreiben, die ihnen jegliche Rechtsmittel untersagt. Ein Bewohner dazu: „Das ist für uns nicht hinnehmbar.“

„Wir haben uns entschieden, uns nicht zur Räumung verpflichten zu lassen, solange keine verbindlichen Zusagen für ein Ersatzgelände gemacht wurden. So schnell geben wir unser Zuhause und unsere Existenzgrundlage nicht auf“, so ein Bewohner. „Solange keine einvernehmliche Lösung gefunden ist, werden wir die Protestaktionen fortsetzen.“

Von den Ratsfraktionen Linke und Grüne haben die Wagenplatzbewohner*innen im direkten Dialog Zuspruch erfahren, bisher leider ohne konkreten Erfolg.

PS: Die dem Verein vorgelegte Verpflichtungserklärung finden Sie im Anhang.

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